Eschborn, 25.03.2017, von Benjamin Kessler

beleuchten, erkunden, bergen - die Nachtausbildung im März

viele Überraschungen für die THW Teams des Ortsverbandes Seligenstadt

Erkundung im Gebäude

Freitagabend, 19:00 Uhr: viele Helferinnen und Helfer standen auf dem Hof des Ortsverbandes Seligenstadt, aber keiner wusste was ihn gleich erwarten würde. Auch der Zugführer war nicht eingeweiht und wusste keine Details bis der Einsatzauftrag einging. Hierin war zu lesen: Vermisste Personen in einer Industrieanlage nach einem Erdbeben. Ziel: Koordinate UTM 32U4678255538. Also hieß es erstmal Plan auspacken und Ziel suchen.

Schnell war auch klar, was mitgenommen werden musste: alles was man für Licht und Rettung benötigt. 

Gerätekraftwagen 1 mit Einsatzgerüstsystem-Anhänger und das Fahrzeug der Fachgruppe Beleuchtung inklusive Lichtmastanhänger waren Einsatzbereit. „Aufsitzen!“, „Motoren starten!“ und „Abfahrt!“ lauteten die Befehle des Zugführers.

Nach 45 Minuten war das Ziel erreicht: der ehemalige und verlassene Flughafen in Eschborn nähe Frankfurt am Main, ein sogenannter Lost-Place.

Nach dem Betreten offenbarte sich für die Helfer ein großer Flugzeughangar mit diversen teils eingestürzten Nebengebäuden. Während ein Trupp direkt mit mit dem Erkunden des Geländes begann, baute ein anderer Trupp erst mal Beleuchtung auf, die Dämmerung setzte ein. Allerdings wurde durch die simulierte Leitstelle der Lichtmastanhänger unter Einsatzvorbehalt gestellt. Dieser durfte also nicht genutzt werden für die Aufgabe. Schnell war der Platz auch ohne den „LiMa“ großflächig ausgeleuchtet und alles wurde versorgt von einem kleinen 8KVA Aggregat, welches sich aber im Laufe der Nacht als (simuliert) sehr unzuverlässig erweisen sollte. Auch mit solchen Situationen muss man umgehen lernen.

Nach der Beleuchtungsaufgabe wurden fast alle Helfer für das Erkunden und Bergen eingesetzt, denn das Gelände ist riesig! Schnell waren auch die ersten Erfolge zu vermelden: die erste verletzte Person wurde gefunden. Nach deren aufwändigen Bergung aus einem engen Schacht, ging es weiter mit der Erkundung. Ausgelaufenes Benzin, beschädigte Gasflaschen, stark beschädigte Elektroverteilungen und die realen Gefahren auf so einem Gelände wie tiefe und leicht übersehbare Schächte, herunterhängende Versorgungsleitungen, Schutt- und Schrottberge sowie die Dunkelheit erwarteten die Helferinnen und Helfer. Eine weitere Person lag auf einem Vordach und musste aus 4m Höhe geborgen werden. 

Insgesamt 4 Rettungspuppen mussten über die verschiedensten Rettungsmethoden wie z.B. einen Leiterhebel oder lotrechtes Bergen gerettet und mit der Trage zur Verletzensammelstelle gebracht werden, wo sie dann durch einen simulierten Rettungsdienst abgeholt und weiter betreut wurden.

Die gesamte Ausbildung wurde durch den Zugtrupp vor Ort geführt und koordiniert. Dieser war auch für das Zusammenspiel und die Koordinierung der einzelnen THW Trupps, wie auch der simulierten Einheiten von Feuerwehr, Rettungswagen, Notarzt und Leitstelle zuständig. Es wurden Lagekarten gezeichnet, Einsatztagebuch geführt und Einheiten verwaltet, wie es in einem richtigen Einsatz auch von Nöten ist, um nicht den Überblick zu verlieren. 

Gegen 2 Uhr in der Nacht wurde der Übungseinsatz dann erfolgreich beendet und anschließend in der Unterkunft bei gemütlichem Beisammensein über die Geschehnisse des Tages geplaudert.


  • Erkundung im Gebäude

  • Zugführer bei der Arbeit

  • Meldezettel ausfüllen

  • Personenrettung aus einem Schacht

  • Erkundung im Gebäude

  • Erkundung im Gebäude

  • Besprechung

  • Organisationsteam

  • Material vom GKW1 holen

  • Personenrettung vom Vordach

  • Personenrettung vom Vordach

  • Verletzentransport mit der Trage

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